Malaika Loher Motivationsexpertin & Leadershipcoach
Malaika LoherMotivationsexpertin & Leadershipcoach
Wenn Du gestresst bist - sprich mit dem Chef darüber!

Wenn Emotionen blockieren

Wie sage ich´s dem Chef?      

 

Die Kommunikation zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist häufig eindimensional. Chef spricht - Mitarbeiter macht. Obwohl Mitarbeiter glauben, sie gestalten mit und führen „gute“ Gespräche mit ihrem Chef, werden häufig Dinge unter den Tisch gekehrt. Dabei geht es überwiegend um Gefühle. Man fühlt sich verletzt, nicht gesehen, nicht verstanden, nicht respektiert, übergangen, ignoriert oder vorgeführt. Gerade das sind Momente, die offen angesprochen werden sollten. Und gerade das sind Dinge, die nicht gerne gehört oder gesagt werden.

 

"Ich frage mich manchmal wirklich, über unser Chef überhaupt eine Ahnung hat, was wir hier leisten. Ständig kommt er mit noch mehr Arbeit daher. Ich habe 87 Überstunden und meine Frau ist nicht gerade begeistert, daß ich ständig so spät nach Hause komme. Aber am meisten nervt mich, dass er nicht einmal Danke gesagt hat." Michael gießt sich einen Kaffee ein und stellt kopfschüttelnd ein paar Tassen in die Abteilungsspülmaschine. Sein Kollege grinst in sich hinein. "Dann werden Deine Kinder irgendwann frage, wer der Onkel ist, der immer nur am Wochenende nach Hause kommt." Sie lachen beide. Michael allerdings eher gequält. Sein Kollege weiß ja nicht, wie müde er inzwischen ist. Er hat sogar schon überlegt, sich krank zu melden. Und seine Frau ist nicht nur nicht begeistert, sondern hat ihm schon gedroht, alles hinzuschmeissen, wenn er nichts ändert. Doch wie soll er es seinem Chef sagen? Der arbeitet ja selber soviel und scheint überhaupt kein Problem damit zu haben. Er will auf keinen Fall, wie eine Lusche dastehen.


Wahrheit schafft Klarheit

Doch Michael ist wahrscheinlich in dieser Abteilung kein Einzelfall. höchstwahrscheinlich ist auch sein Chef nicht so knallhart, wie es den Anschein hat. Wer die Wahrheit über seine Gefühle spricht, hat die Chance, etwas in den Beziehungen zum Chef, Kollegen oder Kunden zu verändern. Leichter gesagt, als getan. Es ist einerseits unbequem, solche Botschaften an den zu richten, der womöglich auch noch weisungsbefugt ist. Andererseits ist es vermeintlich peinlich, Schwäche zu zeigen, gefolgt von Schuldgefühlen und Angst vor „Rache“.

Ein weiterer wichtiger Hinderungsgrund ist, dass sich Menschen der Vorgänge hinter ihren eigenen Kulissen gar nicht bewusst sind. Sie fühlen sich einfach nur schlecht oder gestresst und wissen nicht warum. Sie sind es so damit beschäftigt, eine Rolle zu spielen, die weiße Weste zu wahren, perfekt zu sein, immer gut da zu stehen, nicht aufzufallen oder zu glänzen, dass sie kein Bewusstsein für den Preis haben, den sie dafür zahlen.

Energiefresser „Ich habe Recht - und Du bist schuld“

Es kostet Energie und Lebensqualität, sich immer nur von der besten Seite zu zeigen. Um diesen Zustand zu ertragen, erwarten Maskenträger von anderen, das Spiel mitzuspielen. Wenn alle ihre Rolle perfekt einnehmen, könnte es funktionieren mit der Zusammenarbeit. Eine Illusion. Wenn der Vorgesetzte immer alles „richtig“ macht, wird er vermeiden, bei einer Schwäche ertappt zu werden, ebenso, wie sein Mitarbeiter. Die Konsequenz ist ein Hin - und Herschieben von Schuld, Rechtfertigungen oder eben das Ignorieren von emotionalen Tatsachen. Vermeiden von Emotionen führt zu Sekundäremotionen - die wahren Gefühle werden getarnt durch Konflikte, negativen Flurfunk, detektivisches Fehlersuchen bei anderen oder das Vorführen von Kollegen, um von sich abzulenken. Gut tut es keinem im Team.

Masken ab!

Einer muss den Anfang machen und die Rolle ablegen. Wieder ganz sein, echt sein, authentisch sein. Nichts mehr vorspielen. Einander verstehen und ent-schulden. Ein gangbarer Weg, sowohl für Einzelpersonen oder ganze Teams. Eine Atmosphäre der Leichtigkeit und Kreativität wird geschaffen. Arbeit macht Spaß und die Angst wird unnötig. Selbst negative Nachrichten in Bezug auf das Geschäft sind leichter verdaulich, wenn die menschliche Ebene da ist. Erfolg ist ein garantierter Nebeneffekt. Jeder Mensch braucht Sicherheit, Anerkennung, Verständnis und Freude. Dann kann er zur Höchstform auflaufen.

Vorbereitung ist alles

 

Wenn Sie ein Gespräch mit dem Chef führen möchten, ist es wichtig, nicht sofort los zu stürmen, sondern sich gut vorzubereiten. Was genau ist ihr Ziel für ein solches Gespräch? Welche Themen sind Ihnen am wichtigsten? Was erwarten Sie von Ihrem Chef und wie gehen Sie damit um, wenn er nicht so reagiert? Welche Fragen sollten Sie vor einem abschließenden Urteil stellen? Wie gehen Sie mit Ihren Gefühlen im Gespräch um? Welche Vorteile hat das Gespräch eventuell für Sie, Ihren Chef und auch das Team? Wie soll so ein Gespräch ablaufen? Wie wollen Sie Ihren Chef einladen und welche Vorbereitungsaufgaben bekommt er von Ihnen?

 

Feedback muss gut aufgebaut und formuliert sein!

 

Sie wollen Ihrem Chef Feedback geben? - dann beachten Sie folgende Regeln:

1. Teilen Sie ihm mit, dass Sie ein Feedback hätten und ober bzw. wann er dafür Zeit hat.

2. Bereiten Sie das Feedback schriftlich vor und üben Sie es vor dem Spiegel bzw. mit einem Unbeteiligten.

3. Das Feedback sollte beinhalten 1. Ein spezifische Situation, mit Datum/Uhrzeit/Zusammenhang, 2. Eine Beschreibung des Verhaltens, dass sie bei ihrem Chef beobachtet haben (ohne Wertung), 3. Die Wirkung, die es auf sie hatte (demotivierend, frustrierend, hat sie wütend gemacht, irritierend, fühlten sich nicht ernst genommen etc.)

 

Einstellung statt Wettkampf

 

Wichtig ist es, dass Sie Ihre innere Haltung zu Ihrem Chef und die Intention für Ihr Feedback prüfen. Wollen Sie Ihm "die Meinung geigen" bekommen Sie es vermutlich mit "Pauken und Trompeten" zurück. Ihre innere Haltung sollte die sein, dass Sie Dinge konstruktiv klären wollen, dass Sie die Beziehung in eine verständnisvolle auf beiden Seiten entwicklen wollen, dass Sie Ihren Chef verstehen wollen und auch für sich einstehen wollen. Feedback ist kein Kampf, es geht nicht um gewinnen, sondern um einen Abgleich der Wahrnehmung, Verständnis und Vereinbarungen für die Zukunft. Halten Sie sich mit Wertungen zurück. Sie wissen nicht, was wirklich im Kopf Ihres Chefs vorgeht. Im Zweifel fragen Sie nach seinen Gedanken und Einschätzungen, anstatt sich etwas auszudenken. Geben Sie ihm Zeit das Feedback sacken zu lassen. Sehen Sie es als Geschenk für Ihn und respektieren Sie seine Rechtfertigungen. Geben Sie das Feedback aus einer liebevollen inneren Grundhaltung wird es sicher ein konstruktives, für Sie und ihn wertvolles Gespräch.

 

Vor dem Gespräch ist nach dem Gespräch

 

Bevor Sie in das Meeting mit Ihrem Chef gehen, sollten Sie sich positiv einstimmen. Denken Sie an etwas, das Ihnen Freude bringt und laden Sie diese guten Gefühle auf Ihre innere Festplatte. Bleiben Sie konstruktiv und offen, aber eben auch klar und zielorientiert. Denken Sie im Gespräch ausschließlich positive Sätze über Ihren Chef. Im Zweifel denken Sie "Ich liebe Dich! Du bist wertvoll. Es gibt Gründe, warum Du handelst und denkst, wie du es tust. Ich vertraue darauf, dass unsere Beziehung gut ist. Ich weiß, dass Du tief in Dir ein guter, liebevoller Mensch bist." Auch wenn das geradezu verrückt klingen mag. Es hilft, in einem guten inneren Zustand zu bleiben.

 

Viel Erfolg wünscht,

Malaika Loher

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