Malaika Loher Motivationsexpertin & Leadershipcoach
Malaika LoherMotivationsexpertin & Leadershipcoach
Empathie bedeutet nicht mitzuleiden, sondern Verantwortung für den Erfolg des Mitarbeiters zu übernehmen.

Motivation - Harmonie - Erfolg
4 gute Gründe für Empathie in der Führung

 

Empathie wird hin und wieder als Schmusekurs bezeichnet. Es wäre keine Zeit für Kuscheln. Man müsse schließlich arbeiten. Derartige Gefühlsduselei verleite gar zu irrationalen Handlungen, erhöhe den Stresspegel, sorge für mobbende Abteilungs-Gangs, verleite Führungskräfte dazu, einzelne Mitarbeiter oder Kollegen zu bevorzugen und am Abend sei man fertig vom vielen Mitfühlen? Wenn dem so wäre, müsste die Situation in den Unternehmen derzeit also folgendermaßen sein: Mangelnde oder zurückgehaltene Empathie führt zu rationalen Handlungen, verringert Stress, fördert Solidarität und Gleichberechtigung, lässt Menschen sachlich gute Entscheidungen für Unternehmen und Mitarbeiter treffen und sorgt dafür, dass man fit und ausgeruht nach Hause gehen und Spaß mit Familie und Freunden haben kann? Falsch! Empathie ist ein wesentlicher Antriebsfaktor für Erfolg.

 

„Hallo Chefin, ich wollte nur sagen, dass ich heute gar nicht und morgen etwas später komme", erklärt Mitarbeiter Jens seiner Chefin Montag Morgen am Telefon. Erika, die Abteilungsleiterin überlegt kurz. „Guten Morgen Jens…Ok…?“. Der Mitarbeiter Jens spricht weiter. „Ich muss zum Ultraschall.“ „Ok…weshalb denn? Was wird angeschaut?“ „Meine Niere. Ich habe Schmerzen.“ „Oh, Niere ist schmerzhaft. Seit wann hast Du Schmerzen?“

Die Führungskraft hätte auch einfach nur fragen können, wann Jens am nächsten Tag erscheint, ihr Ok geben und zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehren können. Aber nein, diese Chefin ist anders. Sie spürt ihre Mitarbeiter. Und, wenn sie gerade in sich selbst eine gute Balance hat, kann sie nachempfinden, wie es Jens wirklich geht und was er jetzt von ihr braucht. Sie hat die Fähigkeit, sich hinein zu versetzen. Auf das, was sie wahrnimmt, geht sie ein, ohne sich ein etwaig negatives Gefühl persönlich einzuverleiben. Sie interessiert sich für Ihren Mitarbeiter. Ein Ultraschall der Niere ist schließlich keine Routineuntersuchung.


„Ich habe seit Freitag wechselnde Schmerzen.“
„Wie stark?“
„Mal mehr, mal weniger.“
„Hast Du eine Nierenbeckenentzündung abgeklärt?"
„Ja, im Urin wurde nichts gefunden. Ich hatte ja letztes Jahr schon einmal Probleme damit.“

 

1. Empathie verhindert Fehlurteile und Abwertung und damit Konflikte und Missverständnisse.

 

Jetzt könnte sich die Chefin ärgern, dass der Mitarbeiter krank macht. Vielleicht ist ihr das Thema unangenehm und zu privat. Oder sie hat soviel Arbeit, dass sie für die „Privatprobleme“ der Mitarbeiter keine Nerven aufbringt. Sie könnte darüber hinweg gehen. Aber Erika urteilt nicht, bewertet nicht, sondern überlegt, was in letzter Zeit und im letzten Jahr in den Gesprächen mit Jens Thema war. Dann erinnert sie sich. „Wie geht es eigentlich Deinem Vater?“ Er war Alkoholiker und psychisch angeschlagen, weil seine Frau ein Jahr zuvor gestorben war. Letztere hatte Jens ebenfalls sehr getroffen. Sein Vater war danach in Depression verfallen. Jens hatte ihn vor einigen Monaten schweren Herzens einweisen lassen, weil er betrunken Auto gefahren war und eine Nachbarin sexuell belästigt hatte. Der Vater hatte nach einem Kurzaufenthalt in der Klinik eine Weile versucht, trocken zu bleiben, doch der neueste Stand war Erika nicht bekannt. „Nicht gut“, war die Antwort. Jens wundert sich nicht über die persönliche Frage. Er hat ein gutes Verhältnis zur Chefin. Trotz der kurzen Antworten lässt die Chefin nicht locker. Aus ihrer Sicht gibt für jede Krankheit auch eine psychische Ursache, die es ernst zu nehmen gilt.


„Trinkt er wieder?“
„Ja und verwahrlost zunehmend.“
„Wie geht es Dir damit?“
„Schlecht."

 

Jetzt spürt die Chefin Jens Angst, Wut und Sorge um den Vater. Warum sie das spürt? Weil sie emphatisch ist. Doch sie fragt immer wieder nach und überprüft Ihren Eindruck auf Richtigkeit. Warum? Weil es ihr wesentliche Anhaltspunkte für ihre Führungsaufgabe gibt. Nur, wenn sie ihre Mitarbeiter kennt, auch ihre privaten Themen, kann sie deren Leistung umfassender einschätzen und in Punkto Motivation unterstützen.

 

2. Empathie in Verbindung mit Coaching durch die Führungskraft bietet Ansatzpunkte für Problemlösungen.

 

Emphatisch sein bedeutet, zu fühlen oder auch gedanklich nachzuvollziehen, wie es einem Menschen geht. Leicht zu verstehen ist das Prinzip, wenn man sich vorstellt, zuzusehen, wie sich ein Mensch mit dem Hammer auf den Daumen schlägt. Man spürt förmlich den Schmerz, der Körper reagiert wie automatisiert mit Zusammenzucken, Aufschrei, Luft einsaugen, Herzklopfen und Daumen halten.  Obwohl es einem nicht selbst passiert. Das ist Empathie. Der Wunsch, ein weinendes Kind zu trösten basiert ebenfalls auf Empathie. Erika reagiert auf ihre Deutung von Jens Gefühlen.


„Was brauchst Du jetzt?“
„Ich brauche Abstand von meinem Vater. Es macht mich unsagbar wütend, dass er so verantwortungslos ist.“
„Ja, das klingt nachvollziehbar. Du kannst nicht die Verantwortung für deinen Vater tragen. Du hast alles versucht. Du kannst ihn lieben und achten, aber eben nicht retten.“
„Ja, das stimmt. Ich habe mir schon vorgenommen, ihm zu sagen, dass ich nicht mehr so oft vorbei komme. Aber ich weiß auch nicht…“

 

Etwa 10 Minuten sprechen sie darüber, eruieren Möglichkeiten, die allen Beteiligten gut tun bzw. nicht schaden. Erika fungiert als Coach. Erst, als die Chefin das Gefühl bekommt, dass Jens erleichtert und befreiter ist, kehrt sie zum eigentlichen Thema zurück. Sie erfährt, wann er am nächsten Tag zur Arbeit kommt. Er verspricht ihr von ganzem Herzen, alles nachzuholen, was bis dahin liegen bleibt. Sie gibt ihr OK und arbeitet danach weiter. Was sie nicht macht, ist, sich schlecht zu fühlen, also Jens Gefühle „mit nach Hause“ zu nehmen. Sie hat gelernt, wie das geht. Was aber passiert, ist, dass Erika ihren Mitarbeiter durch ihr Verstehen und Beistehen unterstützt. Er steht jetzt noch loyaler hinter ihr und wird sich mächtig ins Zeug legen, gute Arbeit für sie zu machen.

 

3. Empathie (und das passende Verhalten) fördert die Motivation und Mitverantwortung der Mitarbeiter.

 

Wer gesehen und verstanden wird, fühlt sich ernst genommen, hat mehr Vertrauen und möchte das Gleiche zurückgeben. So wird die Basis der Zusammenarbeit gestärkt und der Mitarbeiter hat mehr Lust, für seine Unternehmen bzw. den Chef mehr Gas zu geben. Nimmt ein Chef die Themen der Mitarbeiter ernst, nehmen sie auch ihn und seine Entscheidungen ernster. Es ist natürlich nicht ganz einfach, den Fokus von der geradezu magnetisch wirkenden Ichbezogenheit auf einen anderen Menschen zu lenken. Erwiesenermaßen werden wir nicht ausschließlich als Egoisten geboren, sondern vom Umfeld dazu erzogen. Und unsere Lebenserfahrungen und Krisen machen uns blind für die Realität. Sie schränken unsere Wahrnehmung ein. Deshalb ist es so wichtig, sich mit sich selbst und den eigenen Emotionen und Schattenseiten zu befassen. Nur, wer achtsam mit sich selbst umgeht, kann dies auch mit anderen.

 

4. Empathie basiert auf einer ausgeprägten Selbsterkenntnis. Diese führt zu mehr Lebensqualität.

 

Wer den Mut und die Energie aufbringt, sich mit sich selbst zu befassen, hat mehr Freude am Leben. Das Verdrängen, nicht beachten und ignorieren der eigenen Schmerzen und das Polieren der perfekten Fassade ist extrem anstrengend. Wer von anderen als perfekt gesehen werden will oder sich selbst zum perfekt sein zwingt, um sich ok zu fühlen, wird viel Energie dafür verbrauchen, negative Eigenschaften und Gefühle zu deckeln. Er hat kaum Kapazität, sich mit anderen zu befassen. Und wer nicht freundlich zu sich selbst ist, kann es auch nicht zu anderen sein. Eine Führungskraft, die sich vom Alltagsgeschäft aufsaugen lässt, verliert den Blick für die Menschen. Doch die sind es, die die Arbeit nicht nur erfolgreich, sondern auch lebenswert machen.

 

                                Malaika Loher, living.communication

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